Wie sieht die Finanzkommunikation der Zukunft aus? Teil 3

Meine kleine Serie von vier Beiträgen mit Empfehlungen richtet sich an alle, die Finanzkommunikation als Chance sehen – zum Beispiel, um zusätzliche Zielgruppen zu erschließen und die eigene Performance noch wirkungsvoller zu kommunizieren.

In den ersten beiden Teilen habe ich mich den Themen “Content Hub” und “Smarte Kennzahlen” gewidmet. Heute geht es um Strategie. Warum? Weil eines  für mich klar ist: Die Finanzkommunikation – und damit das Reporting – wird auch zukünftig eine wichtige Rolle im Kommunikations­-Mix von Konzernen spielen. Denn in einer Welt, in der Unternehmen durch Megatrends wie Digitalisierung, Klimaschutz und Demografie einem permanenten Wandel ausgesetzt sind, muss sich auch Reporting mit strategischen Fragestellungen der Unternehmen und ihrer Geschäftsmodelle beschäftigen. Entsprechend interessant ist also die Frage der strategischen Relevanz.

 

Peter Poppe
Peter Poppe, HGB-Geschäftsführer

 

Nr. 3: Strategische Relevanz

Modernes Reporting gibt Antworten auf die essenzielle Unternehmensfrage: Was bin ich wert und für wen? So kann es den Business Case in einen ganzheitlichen Rahmen setzen.

Was sich verändert: Reporting muss heute mehr bieten, als nur deskriptiv Rechenschaft abzulegen. Es erklärt vor allem die Strategie und Wertschöpfung der Unternehmen. Es gibt Aufschluss über ihren Wert. Als Aktie. In den Produkten. Für die unterschiedlichen Anspruchsgruppen. So kann Reporting den Business Case ganzheitlich darstellen und ein kompletteres Bild vermitteln: Wie schaffen Unternehmen mit ihren unterschiedlichen Kapitalarten (Finanz, Umwelt, Soziales, Gesellschaft etc.) Werte? Und wo liegen entsprechende Risiken? Zugleich muss Finanzkommunikation sich auf einen thematisch breit angelegten Stakeholder­Dialog einlassen.

Was das bedeutet: Dieser Dialog eröffnet den Unternehmen Chancen für die Weiterentwicklung von Strategie und Geschäftsmodell, aber auch einen konkreten Nutzen für die Produktpolitik. Wenn Finanzkommunikation sich so versteht und aufstellt, kann sie über ihre eigentliche Funktion hinaus Relevanz für die Optimierung von Geschäfts­ und Managementprozessen bekommen.

So kann’s funktionieren – Umsetzungsbeispiel von HGB:

Die ZF Friedrichshafen AG zählt nach dem Zukauf von TRW zu den weltweit führenden Unternehmen auf dem Gebiet der Antriebs- und Fahrwerktechnik. Unter dem Motto „the next level“ erzählt der Geschäftsbericht die strategische Story dieser Zäsur in der ZF-Unternehmensgeschichte – plakativ und grafisch anspruchsvoll dargestellt. Ein strategisches Kapitel zeigt mit konkreten Perspektiven, Fakten, Plänen und Geschlossenheit in der Führungsmannschaft, wie ZF diesen herausfordernden Schritt erfolgreich gemeistert hat. Mehr erfahren unter: hgb.de/arbeiten/.

Lesen Sie auch:

Teil 1: Content Hub

Teil 2: Fokus auf entscheidungsrelevante Informationen